Zwei Logopädinnen geben Tipps
Fast alle Parkinson-Patienten leiden unter Schluckbeschwerden, da die unwillkürliche Muskelsteuerung im Hals- und Rachenbereich beeinträchtigt ist. Vermehrtes Verschlucken, häufiges Räuspern und vermehrte Speichelbildung sind die Folgen. Genauso oft ist die Stimme bei Parkinson-Erkrankten sehr leise, monoton oder heiser und kann sich später auch verwaschen und undeutlich anhören. Alle genannten Symptome können durch spezielle Therapien vorzeitig gemildert oder sogar wegtrainiert werden.
Welche Therapien gibt es? Was können die Erkrankten selbst trainieren? Welche Tipps können Sprachtherapeuten geben?
Dazu hat die Selbsthilfegruppe zwei Expertinnen aus der Logopädie-Praxis, Naira Fuß-Höhler und Caroline Bramekamp aus Sankt Augustin zum einmal monatlich stattfindenden Treffen eingeladen.
Die beiden Logopädinnen erklären die organischen Abläufe und Hintergründe des Schluckvorgangs und schildern mögliche Probleme im Alltag von Parkinsonerkrankten. Dazu geben sie Tipps mit praxisnahen Übungen, die von den Anwesenden gleich mitgemacht werden.
Verminderte Beweglichkeit der Zungen- Kehlkopf-und Atemmuskulatur ist der Grund für Stimm- und Sprechstörungen. Auch diese Muskulatur kann mit gezielten Atem-Stimmübungen trainiert und mit bewusster Sprechkontrolle und lauter Aussprache angeeignet werden. Dazu gibt es eine neurologisch-medizinisch anerkannte vierwöchige Therapie, die sehr erfolgreich zu einer besseren Stimm- und Sprachqualität führt. LSVT LOUD – heißt die Methode. Sie wird von speziell ausgebildeten Logopäden angeboten und muss von Ärzten verordnet werden.
Ohne Verordnung kann auch zuhause trainiert werden: Ein Therapievorschlag ist, mit den Zähnen die Zunge festzuhalten und dabei zu schlucken, das stärkt die Muskulatur des Kehlkopfs und trainiert das Schlucken. Mehr Spaß macht lautes Vorlesen als Sprachtherapie und zur Stimmbildung kann auch zuhause „laut“ ein Lieblingslied gesungen werden!
