(hdp) Der Glasfaserausbau in Sankt Augustin hat in den vergangenen Monaten deutlich an Dynamik gewonnen. Nachdem die Unsere Grüne Glasfaser (UGG) großflächig mit Bauarbeiten begonnen hatte, ist inzwischen auch die Deutsche Telekom gemeinsam mit der GlasfaserPlus GmbH in mehreren Ortsteilen aktiv. Glasfaserleitungen werden unter anderem in Mülldorf und Niederpleis verlegt, weitere Ausbauvorhaben sind für Meindorf, Birlinghoven und Menden geplant. Vodafone ist punktuell in bestimmten Bereichen, z. B. im Ortsteil Hangelar, aktiv. Diese veränderte Wettbewerbssituation im Glasfasermarkt hat wohl auch Auswirkungen auf die ursprünglichen Ausbauplanungen der UGG.

Am 24. April informierte UGG die Stadtverwaltung darüber, dass die gemeinsam geschlossene Absichtserklärung zum flächendeckenden Ausbau nicht vollständig umgesetzt werden kann. Als Grund nannte das Unternehmen veränderte wirtschaftliche und strukturelle Rahmenbedingungen im deutschen Glasfasermarkt. Vor diesem Hintergrund würde sich UGG nun auf bereits begonnene Ausbaugebiete konzentrieren.
Ein vollständiger Rückzug aus Sankt Augustin ist damit nicht verbunden. In Straßen, in denen bereits Leitungen verlegt wurden, werden die Hausanschlüsse wie geplant hergestellt. In Bereichen ohne begonnenen Tiefbau oder ohne vorliegende Genehmigungen ist dagegen voraussichtlich kein weiterer Ausbau vorgesehen. Nach Angaben von UGG sind hiervon derzeit nur kleinere Teilbereiche betroffen. Eine detaillierte Übersicht der betroffenen Straßen will das Unternehmen der Stadt noch zur Verfügung stellen.
Zum aktuellen Stand teilt UGG mit, dass rund 65 Prozent des Tiefbaus im reduzierten Ausbaugebiet abgeschlossen sind. In vielen Verteilerbereichen werden derzeit nur noch Hausanschlüsse hergestellt, in einzelnen Bereichen laufen die Tiefbauarbeiten weiter. Teile des Netzes sind bereits in Betrieb, weitere Netzbereiche sollen schrittweise folgen. Bis Ende des Jahres sollen alle Kundinnen und Kunden aktivierbar sein.
Betroffene müssen zunächst nichts unternehmen. Über mögliche Auswirkungen auf bestehende Verträge informieren die jeweiligen Internetanbieter direkt. Ob eine Adresse weiterhin versorgt wird, kann über den Verfügbarkeitscheck auf der UGG-Webseite geprüft werden.
Bürgermeister Max Leitterstorf betont, dass das Ziel der Stadt weiterhin eine möglichst flächendeckende Glasfaserversorgung sei. Gleichzeitig verweist er auf die begrenzten rechtlichen Einflussmöglichkeiten der Kommunen, da der Ausbau nach Bundesrecht eigenwirtschaftlich durch verschiedene Anbieter erfolgt. Somit sind wohl auch Überbauungen möglich, als ob es nicht schon genug Baustellen gäbe.
Für Sankt Augustin bedeutet dies: Der Glasfaserausbau schreitet in vielen Bereichen weiter voran, auch wenn ein vollständig flächendeckendes Netz vorerst ein langfristiges Ziel bleibt.
