Luftakrobatik als Brücke zwischen den Kulturen
Seit drei Monaten wird in Sankt Augustin intensiv trainiert, geschwitzt und gelacht: 20 Kinder und „Tweens“ bereiten sich im Rahmen des Zirkuskurses darauf vor, ihren „Blick auf die Zukunft zu schärfen“. Das Besondere: Ermöglicht durch das Förderprogramm „Zirkus gestaltet Vielfalt“ im Rahmen der Bundesinitiative „Kultur macht stark“, können die Teilnehmenden über einen Zeitraum von insgesamt sieben Monaten kostenfrei an diesem hochwertigen Angebot teilnehmen.
Luftakrobatik an Vertikaltuch und Luftring gilt normalerweise als kostspielige Sportart, die meist nur in spezialisierten Studios angeboten wird. Durch die Bundesförderung und das Engagement des Vereins Mutathe e.V. wird dieser exklusive Sport nun für alle Kinder zugänglich. In der Manege findet dabei ein lebendiger interkultureller Dialog statt. Kinder mit Wurzeln in der Ukraine, Russland und der Türkei trainieren Seite an Seite. Sprachbarrieren spielen hier keine Rolle – beim gemeinsamen Sichern am Tuch zählt allein das gegenseitige Vertrauen.
Besonders stolz ist Projektleiterin Regine Held auf das Jugend-Trainerteam. Mit Nadine Hambach (Sankt Augustin) und Julia Klein (Hennef) unterstützen zwei vom Verein Mutathe e.V. ausgebildete Jugendtrainerinnen das Projekt. Dass diese Ausbildungsstrategie Früchte trägt, zeigt sich auch über das Projekt hinaus: Nadine Hambach leitet mittlerweile erfolgreich eine eigene Luftakrobatikgruppe beim Kooperationspartner TV Menden.
„Nadine und Julia sind für die jüngeren Teilnehmenden eine enorme Motivation und echte Vorbilder“, erklärt Regine Held. „Sie zeigen, wohin Engagement und fundierte Ausbildung führen können.“
Die „ZukunftsgärtnerInnen“ beweisen eindrucksvoll, dass Zirkus eine universelle Sprache ist, die soziale Grenzen überwindet und jungen Menschen den Mut gibt, über sich hinauszuwachsen – am Boden und hoch oben in der Luft.
