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Eine Demonstration für Frieden und Demokratie

Mit dem Leitsatz „ISRAEL HAUTNAH – Meine Ängste um mein Land – eine aktuelle Dokumentation aus Israel“ hatte der Freundeskreis Mewasseret Zion Sankt Augustin eingeladen und fast 100 Interessierte kamen.

Die Veranstaltung des am 30. November 1995 gegründeten, nun also knapp 30-jährigen, Vereins fand in der Aula der Fritz-Bauer-Gesamtschule in Sankt Augustin statt. Die Gastgeberin und Schulleiterin Stephani Overhage und ihr Didaktischer Leiter Alexander Clémeur fanden herzliche Worte zur Begrüßung, war es doch der Freundeskreis, der sich als Motor für die Austauschaktivitäten von Lehrkräften, Eltern, Schülerinnen und Schülern dieser Schule mit der Partnerstadt Mewasseret Zion in Israel eingesetzt hatte.

Erfreulich war darüber hinaus, dass die Stadt Sankt Augustin es sich nicht nehmen ließ, die Arbeit des Freundeskreises zu würdigen. Die stellvertretende Bürgermeisterin Jutta Bergmann-Gries hob denn auch in ihrer Einstimmung auf den anschließenden Vortrag hervor, dass Schilderungen eigener Lebensumstände, also authentische Schilderungen, am ehesten dazu beitragen, dass sich andere eine persönliche Bewertung erlauben können.

Und dann wurde es noch emotionaler: David Levy und Ja’akov Avneri, beide wohnhaft im Kibbuz „Ma’abarot“ nördlich von Tel Aviv, gewährten Einblicke in ihr Lebensumfeld in Israel, insbesondere nach dem 7. Oktober 2023. In Wort und Bild wurde veranschaulicht, wie bis zu 100.000 Menschen immer wieder demonstrieren: friedlich, für die Freilassung der Geiseln, für Demokratie, für Frieden, gegen eine von Netanjahu angestrebte Justizreform, die die Befugnisse des Obersten Gerichtshofs einschränken will. Die beiden Referenten waren aktiv bei den Demonstrationen dabei und sind nach wie vor aktiv in der Protestbewegung. Sie sehnen eine Regierung herbei, die ihren Vorstellungen Rechnung trägt: Ende der kriegerischen Handlungen, friedvolles Nebeneinander! Die Zuversicht, dass es gelingen kann, lassen sie sich nicht nehmen.

Es war ein Abend, der nachdenklich machte. Das Regierungshandeln in Israel darf nicht gleichgesetzt werden mit den Sehnsüchten, Wünschen und Forderungen der Bevölkerung. Und dies zu vermitteln, ist ein Auftrag, den sich der Freundeskreis Mewasseret Zion Sankt Augustin zu eigen macht. In dieser Zeit, in der eine Reise nach Israel nicht angeraten ist, sollen deshalb immer wieder Menschen von dort zu uns eingeladen werden, um uns ihre Situation zu schildern. Dies machte denn auch Anke Riefers, Vorsitzende des Vereins seit dessen Gründung, deutlich, als sie den Referenten ihren herzlichen Dank aussprach, in den auch Gustel Houtrouw einbezogen war, Ur-Vater der Vereins-Idee und Triebfeder für die beeindruckende Veranstaltung.

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