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Ein Wandteppich für Teheran in Sankt Augustin

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Veranstaltungsreihe der Kolpingsfamilie

Dass ehrenamtliche Tätigkeit nützlich ist für die Allgemeinheit, ist eine Erkenntnis, die wohl die meisten Mitmenschen teilen. Für die Pfarrkirche Sankt Maria Königin in Sankt Augustin Ort gilt diese Einsicht in besonderem Maße. Nur weil die Mitglieder des Reinigungsteams des Gotteshauses Jahr für Jahr auf die Vergütung für ihre Arbeit verzichteten und für Anschaffungen spendeten, konnte sich die Pfarrgemeinde die Anschaffung des Wandteppichs leisten, der heute zu den herausragenden Raritäten des Kirchenraumes zählt.

Ursprünglich war dieser Teppich vor etwa 150 Jahren von italienischen Padres für die katholische Kirche in Teheran im heutigen Iran beim Künstler Aber Jis, dessen Namen ihn am unteren Rand ziert, in Auftrag gegeben worden. So ist es nicht verwunderlich, dass der Schriftzug auf dem Teppich in italienischer Sprache verfasst ist- Er fängt auf der linken Längsseite an mit „E GESÙ DICEVA PADRE PERDONA“, geht unten weiter mit „LORO, PERCHE NON“ und endet auf der rechten Längsseite mit „SANNO QUELLO CHE FANNO“. Als Gesamttext ergibt sich daraus: „E Gesù diceva: Padre, perdona loro, perché non sanno quello che fanno.“ Das heißt auf Deutsch: „Jesus aber betete: Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ Mit diesen Worten beginnt im Lukasevangelium Kapitel 23, Vers 34.

Die zitierte Bibelstelle verweist schon auf das Bildprogramm des Teppichs, das die Kreuzigung Christi zum Thema hat. Vor einem dunkelblauen Hintergrund ist das Kreuz aufgerichtet. Schemenhaft zeichnet sich das Gebirge von Judäa und die Stadt Jerusalem ab. Doch das Kreuz als Zeichen für den Lebensende Jesu ist umgeben von einem breiten Band mit Blumenmuster und verweist damit darauf, dass der Kreuzigungstod Christi Quelle eines neuen Lebens in Fülle ist.

Intensiv beschäftigten sich die gut 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung auch mit dem modernen Kreuzweg, der auf die Benennung der einzelnen Stationen verzichtet und einige sogar zusammenfasst. Dadurch wird der Betrachter gezwungen, sich genauer mit den Bildern zu befassen. Dem Künstler Helmut Rams gelingt es, zu zeigen, dass der Kreuzweg kein lange zurückliegendes Ereignis ist, sondern dass die Frage von Schuld und Erlösung auch heute noch gültig ist. Auch die den anderen Werken dieses Künstlers in der Kirche, z. B. dem Fenster zwischen den Beichtstühlen, dem Ambo oder dem Tabernakel, zwingen zum genauen Hinsehen.

Am Ende dieser gut neunzigminütigen Veranstaltung waren sich die circa 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer einig, dass sich der Besuch der Kirche Sankt Maria Königin gelohnt hatte, die eine gelungene Mischung aus modernem Kirchenbau und alten Ausstattungsgegenständen ist, zu denen auch Mondsichelmadonna gehört, die nach der Renovierung dank einer privaten Spende wieder im frischen Glanz strahlt. Nicht nur die hier erwähnten Einrichtungsgegenstände wurden eingehend besprochen, sondern auch das Taufbecken, die Heiligenfenster, die Kreuzigungsgruppe, die Pieta etc. Dabei lernten die Zuhörerinnen und Zuhörer auch die Geschichte von Reprobus kennen, der zum Christopherus wurde.

Mit der Erkundung der Pfarrkirche Sankt Maria Königin in Sankt Augustin Ort setzte die Kolpingsfamilie der Stadt ihre Reihe fort, die im Herbst letzten Jahres mit der Mendener Kirche Sankt Augustinus begann, und an deren Ende alle katholischen Kirchen des Seelsorgebereiches besucht sein sollen.

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