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Bebauungsplan Wissenschafts- und Gründerpark auf dem Butterberg einstimmig beschlossen

Grünes Licht für die Bauvorhaben des DLR und die Ansiedlung innovativer Unternehmen

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Der Rat der Stadt Sankt Augustin hat in seiner Sitzung am 18. April einstimmig die Änderung des Flächennutzungsplans und den Bebauungsplan Nr. 112 „Wissenschafts- und Gründerpark“ Teilbereich A beschlossen. Die Verwaltungsspitze freute sich in der Sitzung zusammen mit allen Fraktionen im Stadtrat, dass die gemeinsamen Anstrengungen nun diesen Beschluss ermöglicht haben. Damit ist der Weg frei für die Bauvorhaben des DLR und die Ansiedlung weiterer innovativer Unternehmen in Sankt Augustin.

Der Wissenschafts- und Gründerpark am sogenannten „Butterberg“ umfasst eine Gesamtfläche von etwa 62.000 Quadratmetern. Auf einer Teilfläche ist für das DLR (Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt) ein mehrgeschossiges Bürogebäude vorgesehen, um die bereits in Sankt Augustin angesiedelten Institute zu erweitern und dauerhaft zu beheimaten. Weitere Flächen sind vorgesehen für die Ansiedlung innovativer Unternehmen, z.B. aus dem IT-Bereich, die von einer engen Verknüpfung mit den DLR-Instituten und der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg profitieren.

Grüner Campus

Es wird ein „grüner Campus“ entstehen: Die geplanten Grünflächen gliedern das Baugebiet und dienen der Versickerung des Niederschlagswassers sowie zur Steigerung der Aufenthaltsqualität. Für die festgesetzten Flachdächer sind intensive Dachbegrünungen sowie Photovoltaikanlagen vorgesehen. Neben positiven klimatischen Effekten, dienen sie zur Pufferung des Niederschlagswassers und tragen zur Biodiversität bei. Die Energieversorgung soll nachhaltig und regenerativ sein. Dazu wurde eine Fernwärme- und Fernkältesatzung erarbeitet und beschlossen. Mit dem öffentlichen Personennahverkehr ist der Wissenschafts- und Gründerpark über die Buslinie 508 von der Haltestelle Zentrum erreichbar, wo die Stadtbahnlinie 66 regelmäßig verkehrt. Ebenso ist das Gebiet über ausgebaute Fuß- und Radwege an das Zentrum und die umgebenden Stadtteile angebunden.

„Künstliche Intelligenz ist eine entscheidende Schlüsseltechnologie und hat eine hohe Bedeutung für die Forschung und deren Anwendung in Wirtschaft und Gesellschaft“, sagt Bürgermeister Dr. Max Leitterstorf. „Die Ansiedlung des DLR ist ein herausragender Meilenstein in der Entwicklung unserer Stadt. Durch die Verzahnung mit der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg sowie den Fraunhofer-Instituten und dem Lamarr-Institut in Birlinghoven werden weitere Unternehmen aus dem IT-Bereich angezogen und stärken den Standort Sankt Augustin nach unserem Leitbild als Wissensstadt Plus. Gleichzeitig wird die Stadt finanziell von den innovativen Unternehmen durch höhere Gewerbesteuereinnahmen sowie attraktive Arbeitsplätze profitieren.“

Maßnahmen für den Artenschutz

Mit dem Bebauungsplan werden die planungsrechtlichen Voraussetzungen geschaffen. Im Rahmen des Verfahrens wurden verschiedenste Gutachten, wie ein Verkehrsgutachten, ein Schallgutachten, ein Versickerungsgutachten, ein Wasserwirtschaftliches Konzept, ein Klimagutachten, ein Landschaftspflegerischer Fachbeitrag, eine Artenschutzprüfung Stufe I und später auch eine Artenschutzprüfung Stufe II nach den Regelungen im Bundesnaturschutzgesetz erstellt. Ein ganzes Jahr lang wurden die planungsrelevanten Arten – also solche, die selten sind oder am Butterberg besonders gefährdet – in den zu bebauenden Flächen sowie in einem großen Radius um den zu bebauenden Bereich herum von Fachgutachtern untersucht. Auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse wurden sogenannte „Vorgezogene Artenschutzmaßnahmen“ für die von der Entwicklung betroffenen Arten geplant. Die Maßnahmen dienen als Ersatzlebensräume für verschiedene in Sträuchern und in der Feldflur lebenden Vogelarten. Für Amphibien und Reptilien sind ebenfalls Ersatzstrukturen vorgesehen. Im Einzelnen entstehen schon seit Oktober 2023 Blühflächen mit heimischen, samentragenden Pflanzenarten, Ackerbrachen und Extensiväcker mit Ernteverzicht und Gebüschstreifen zugunsten der Feldvögel. Temporär wasserführende Teiche und Mulden sowie Stein-, Totholzhaufen und Sandschüttungen werden schon bald zusätzliche Angebote für Amphibien wie die Kreuzkröte darstellen. Alle Maßnahmen werden ausschließlich auf städtischen Flächen erstellt, um die wertvollen Strukturen dauerhaft zu sichern. Die Artenschutzmaßnahmen umfassen im B-Plangebiet sowie im unmittelbaren Umfeld insgesamt eine Fläche von rund 30.000 Quadratmetern, davon alleine rund 3.600 Quadratmeter mit Gehölzpflanzungen. Durch begleitende Untersuchungen werden die Maßnahmen in den kommenden Jahren auf ihre Wirksamkeit hin kontrolliert und ggf. noch weiter aufgewertet.

Zur Unterstützung wurden die fertiggestellten Gebüschstreifen zum Teil eingezäunt, um sie vor Störungen, z. B. durch frei laufende Hunde, zu schützen. Die Stadtverwaltung bittet alle Erholungssuchenden in der Grünen Mitte, auch die nicht eingezäunten Flächen nicht zu betreten, damit diese ihre positive Wirkung für den Artenschutz ungestört entfalten können.

„Die Entwicklung der Flächen auf dem sogenannten Butterberg ist ein zentraler Baustein für die Zentrumsentwicklung in unserer Stadt. Schon seit vielen Jahren ist durch die Verankerung im Flächennutzungsplan sowie im Stadtentwicklungskonzept aus dem Jahr 2006 festgelegt, dass die Flächen einer Bebauung zugeführt werden sollen. Nun konnten wir als Stadt Hand in Hand mit dem DLR als Hauptakteur an diesem Standort die Entwicklung gestalten und einen innovativen Wissenschafts- und Gründerpark planen. Ich bin froh, dass wir das komplexe Verfahren in enger Zusammenarbeit mit allen Beteiligten und mit viel Gründlichkeit zu einem erfolgreichen Abschluss führen konnten“, freut sich der Technische Beigeordnete und Geschäftsführer der städtischen Wirtschaftsförderungsgesellschaft Rainer Gleß. „Nun gilt es, die verfügbaren Flächen an innovative Unternehmen zu vermarkten und den Wissenschafts- und Gründerpark in die Tat umzusetzen.“

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